Viel Bewegungsfreiheit
auf vier gesunden Hufen

Gleichgewicht durch Bewegung...

 

Der Huf.  Individuell 
wie ein Fingerabdruck...

Jedes Pferd ist eben einzigartig anders

 

Weil Barhuflaufen
die natürlichste Sache der Welt ist


huf.ch I Es geht ja um den Huf...

icon horseHufrehe


Kaum eine Huferkrankung bereitet Pferdebesitzern so viele Sorgen wie die Hufrehe. Sie ist für das Pferd nicht nur mit starken Schmerzen verbunden. Der Verlauf der Krankheit ist bei jedem Pferd, trotz ähnlicher Symptome, auch stets individuell und ungewiss.

Besonders stark betroffen sind bei einer Hufrehe die vorderen Hufe. Um die starken Schmerzen an den Vorderhufen zu lindern, verlagert das Pferd sein Gewicht auf die Hinterhufe, indem es die Hinterhufe schräg nach vorne unter den Rumpf schiebt – die typische „Rehehaltung“. Das erweckt manchmal den Eindruck, dass die hinteren Hufe stärker betroffen sind als die vorderen. Das ist aber nicht der Fall. Durch diese Körperhaltung übernehmen die hinteren Hufe oft schlagartig ein ungewöhnlich hohes Gewicht, was zu einer Belastungsrehe der hinteren Hufe führen kann. Die Hinterhufe erholen sich aber in der Regel bedeutend schneller von der Erkrankung als die vorderen Hufe. Auch die Schäden halten an den vorderen Hufen länger an.

Video Hufrehe

Starke Schmerzen bei einer Hufrehe...

Was passiert bei Hufrehe?

Bei Rehepatienten verändert sich die Hufkapsel einige Wochen nach den ersten Symptomen zum Teil markant. Um zu verstehen, was in einem Rehehuf passiert, kann man sich einen Fuß vorstellen, der nach und nach aus einem Schuh schlüpft. Der Schuh symbolisiert die Hufkapsel, der Fuß das Hufbein. Im vordersten Zehenbereich ist der halbangezogene Schuh hohl (verbreiterte weiße Linie). Je mehr der Fuß aus dem Schuh schlüpft (das Hufbein steiler wird), desto mehr entfernen sich die Zehen (die Hufbeinspitze) von der Spitze des Schuhs (der Zehenwand der Hufkapsel). Es entstehen „Clownsschuhe“, mit denen man kaum noch laufen kann. Ohne Korrektur werden die Zehen nicht mehr in den Schuh hineinrutschen.

Aus dem gleichen Grund muss ein Rehehuf fleißig korrigiert werden, damit die ursprüngliche Form des Pferdehufes wieder hergestellt wird.

Heilungsquote

Die Chance der Ausheilung einer Hufrehe liegt im Schnitt bei 50 bis 80 Prozent. Die Zeit der Rekonvaleszenz stellt jeden Pferdebesitzer auf eine Geduldsprobe. So kann es „nur“ mehrere Wochen dauern oder aber ein bis zwei Jahre, bis eine Hufrehe ausgestanden ist. In seltenen Fällen ist aufgrund des sehr schlechten Heilungsverlaufs die Erlösung des Tieres angezeigt.
Auch wenn es unzählige Heilungsmethoden gibt, die bei einer Hufrehe-Erkrankung angewendet werden können – eine vollständige Heilung garantiert keine davon. Ein flexibles Handeln steigert die Heilungschancen aber enorm.

 

Therapiegrundsätze

Der wichtigste Grundsatz bei einer Hufrehe lautet: So wenig Schmerzen wie nur möglich erzeugen. Das erreicht man durch geringe bis sehr geringe Belastung für den Huf sowie fleißige Korrekturen der wuchernden Trachten. Die Überlastung der Hufe während der Erkrankung, der Schmerz und die fehlhafte Stellung des Hufbeines in der Hufkapsel: Das alles erzeugt erneute Entzündungen. Und das bedeutet wiederkehrende Schübe, die wiederum Schmerzen erzeugen – ein Teufelskreis.

Der orthopädische Einsatz bei Hufrehe beschränkt sich auf die Einschränkung der Bewegung in der Hufkapsel und die Verlagerung der Belastung auf die schmerzunempfindlichen Bereiche wie Trachten, Eckstreben und den Strahl. Wie man das macht, ist abhängig von der Art des Hufschutzes, den man dazu wählt.

Behandlungsfehler

Ein häufiger Fehler bei der Behandlung der Hufrehe ist die zu frühe Hufkorrektur. Es ist für die Genesung des Hufes sehr wichtig, erst die Entzündungen und die Schmerzen im Huf abklingen zu lassen, bevor mit den Hufbeinkorrekturen angefangen wird.

Denn sonst sieht das Szenario so aus: Die Hufrehe wird klar diagnostiziert und gleich danach ein Röntgenbild der Hufe gemacht. Womöglich wird das Pferd deswegen in die Klinik verfrachtet, was eine zusätzliche Belastung erzeugt.

Das Herstellen des Röntgenbildes bringt die Erkenntnis, dass das Hufbein nicht parallel zur Hufwand liegt, wie es beim gesundem Pferd der Fall wäre, sondern rotiert ist. Beim Pferdebesitzer erweckt dieses Vorgehen die Hoffnung, dass nun einfach die Hufe entsprechend korrigiert werden können und die Hufrehe so wieder geheilt ist. Das funktioniert in der Praxis nicht. Es gibt keine Hufe nach Maß. Der Huf ist in der ersten Phase der Hufrehe so instabil, dass es für das Pferd angenehmer wäre, alle Füße in die Luft zu strecken, um die Schäden im Huf so gering wie möglich zu halten. So einfach geht das aber nicht. Eine Röntgen-Aufnahme ist als Behandlungskontrolle bestimmt nicht verkehrt, sie muss aber nicht sofort nach dem Ausbruch der Hufrehe erstellt werden. Das gleiche gilt auch für die zu frühen Hufkorrekturen.

Behandlungsintervalle

Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung der Abstände zwischen den Behandlungsterminen. Die Zehenwand wächst bei einer Hufrehe im Verhältnis zu den Trachtenwänden viel langsamer. Die Stellung des ohnehin steil rotierten Hufbeins wird dabei noch steiler. Darum gilt: je kürzer die Bearbeitungsintervalle, desto besser. Sobald der Huf anfängt, seine Form zu verändern, sollte mit den Korrekturen des Hufes begonnen werden.

Mehr Erfolg mit Eisen, Klebebeschlag oder Barhuf?

Grundsätzlich liegt das Problem bei einer Behandlung mit Eisenbeschlag nicht beim Eisen selber, sondern bei der Anbringung durch das Nageln. Ein speziell angefertigter Eisenbeschlag könnte durchaus etwas Ruhe in die gestörten Hufstrukturen eines Rehepferdes bringen. Durch das Aufnageln entstehen aber Mikroerschütterungen, welche die Lederhaut zusätzlich traumatisieren. Auch die Belastung des Hufes beim Aufheben führt zu einer Überlastung der ohnehin beschädigten Huflederhaut und daraus folgend der Aufhängung des Hufbeins in der Hufkapsel. Es ist natürlich möglich, das Pferd zu narkotisieren, damit es während der Bearbeitung keine Schmerzen spürt. Die Schäden in der Hufmikrostruktur entstehen aber trotzdem.

Eine interessante Alternative zum genagelten Beschlag sind Klebebeschläge. Sie sind für einen orthopädischen Einsatz gleich gut geeignet wie Eisenbeschläge, können jedoch dank schnell härtender Klebstoffe ohne unnötige Belastung am Huf angebracht werden. Damit das Abnehmen des Klebebeschlags nicht zu einer unnötigen Belastung führt, nimmt man die Manschette des Beschlages am besten am stehenden Pferd ab. Auch raspeln ist am stehenden Pferd möglich - es braucht nur etwas mehr Aufwand. Danach muss der Huf nur kurz angehoben werden, um die Sohle des Klebebeschlags zu entfernen.

Beim Ausschneiden oder der Korrektur des Barhufes gilt dasselbe: Nur kurz anheben, schneiden, abstellen,... anheben, raspeln, abstellen... Die Therapie von Hufrehe ohne Beschlag ist nicht grundsätzlich besser. Zwar sind Korrekturen am Huf jederzeit ohne großen Aufwand möglich. Man stößt aber in anderen Bereichen an Grenzen: die Empfindlichkeit im Bereich der Hufbeinspitze, der Sohle, der Wand- und Sohlenlederhaut. Am besten schützt man Hufe von Barhufpferden von Anfang an mit geeigneten, weich gepolsterten Hufschuhen.